Der Hirschkäfer (Lucanus cervus)ist der größte Käfer Europas. Die Männchen zeichnen sich durch einen stark verbreiterten Kopf und einen mächtigen, geweihähnlichen Oberkiefer aus und erreichen eine Körperlänge zwischen 30-75 mm.
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"Blues II"
Hommáge á Caspar David Friedrich
Holzcollage auf Holzkasten mit Acryl Halbprofil, Kordel, Nägel und Draht. Acrylmalerei und Sprühlack
Format: 90 x 64 cm Tiefe 14 cm
Das Farblichtobjekt befindet sich in Privatbesitz in Düsseldorf
Lesen Sie auch den Text von Hans Joachim Albrecht , der im Katalog zur Ausstellung “Volker Rossenbach, Farblichtobjekte“ in der Generatorenhalle in Viersen erschienen ist.
Das ist eben, was man niemals vergessen darf, dass das Bewusstsein des Romantikers mit dem Gehalt des Unbewussten erfüllt ist; das Tor, das die beiden Reiche trennte, ist nicht mehr geschlossen, sondern nur angelehnt, und langsam strömt das Licht von der einen Seite in die wallende Finsternis, lösen sich von der anderen Seite die dunklen Bildungen im Lichte auf. Ricarda Huch
In den Entwicklungslinien der Klassischen Moderne, deren rational zugängliche Strukturen in reichem Maßeaufgearbeitet worden sind, entdeckt man zunehmend auch die Wurzeln romantischen Weltverständnisses: Das einzelne erscheint, zuweilen in unheimlicher Genauigkeit, vor einem Grund, dessen Unermesslichkeit nur zu ahnen ist. Grenzen lösen sich auf, werden fließend zwischen den Gegenständen, zwischen den Sinnen, zwischen den künstlerischen Medien. Einer ehrfurchtgebietenden Symmetrie sagen wildwuchernde Gebilde den Kampf an.
Volker Rossenbach hat sich mit „BluesII. Hommáge à C.D.F.“ von 1985 der beachtlichen Reihe jüngerer Künstler angeschlossen, die offen ihre Neigung und geistige Beziehung zur Romantik erkennen lassen. Einen gradlinigen Bezug dieses Objektes zum Schaffen Caspar David Friederich´s finden wir beispielsweise in dem 1945 verbrannten Bild „Klosterfriedhof im Schnee“ von 1817/19. Durch die leeren Schlitze der Chorfenster einer aufragenden Kirchenruine dringt das kalte Licht des winterlichen Himmels. Knorrige Eichen umstehen die Mauerreste und verschränken sich mit ihren vom Sturm gestutzten und zersplitterten ästen zu einem Gitterwerk. Ein mächtiges Baumpaar schließt die rituelle Handlung der Mönche im zentralen Bildraum zum Betrachter hin ab.
Caspar David Friedrich
Klosterfriedhof im Schnee
Klosterfriedhof im Schnee, 1817/19
Oel auf Leinwand 121 x 170cm
Berlin, Nationalgalerie (zerstört 1945)
Gerade diese mittlere, vermittelnde Szene einer stillen Totenfeier fehlt im Objekt von Rossenbach. Die vertikale Lichtspur der verhüllten Leuchtstoffröhre wird hart und knapp überfangen von einem dichtenVerband aus abgeschlagenen ästen. Das Radikale, Wurzellose ist schlagend, die blaue Färbung der äste nimmt ihnen jedoch das Handgreifliche. Sie ist wie die ironische Anspielung auf eine verlorene Symbolik. Der hölzerneVerhau vor der senkrechten Lichtquelle mildert aber zugleich ihren grellen Schein, verhindert eine Blendung. Ein zweites Licht, die äußere Beleuchtung, kann dadurch wirksam werden, die Farben und das ganze Bild immer wieder verändernd. Schon vor zehn Jahren hat Volker Rossenbach Farb-Licht-Objekte gezeigt, bei denen solch empfindlichen Verhältnisse zwischen dem inneren und äußeren Licht erfahrbar sind. Wie Membranen lassen hier die gefärbten Battistbahnen den inneren Lichtraum auswärts dringen, zuletzt bis auf die Haut des Betrachters. Oder sie kehren selbst ihre malerische Stofflichkeit in klare Distanz hervor, wenn die Beleuchtung im Raum des Betrachters stärker wird. Seine Beziehung zu diesen Objekten gründet wegen der Bedeutung des Zwielichtesganz im Visuellen. Er gleicht einem Beobachter, der tagelang durch ein Fenster das Lichtgeschehen verfolgt. Und dieses Lichtgeschehen vollzieht sich in diesem Fall in der Landschaft, in der Rossenbach aufgewachsen ist und in der er lebt: am Niederrhein.
Die neuen Objekte haben sich allerdings von der reinen “Welt des Lichtes” wieder zurückgezogen. Es ist, um im Vergleich zu bleiben, als ob der Beobachter seinen Platz hinter den Fensterscheiben verlassen hätte und in die Landschaft hineingehen würde. Funde, die er draußen macht, werden in die Bildmontage einbezogen: Pflanzenunterschiedlicher Art und ebenso gegenständliche Teile, von Menschenhand gefertigt. über die ungewöhnlichen, geheimnisvollen Lichtwirkungen hinaus verweisen solche Vermenschlichungen und persönlichen Aneignungen der Fundstücke auf die Prinzipien der Romantiker. Und genauso bezeichnend ist, dass der Ausdruck zwischen Idylle und Apokalypse schwankt, an keiner Seite sich festmachend.
Schon in der Struktur der Objekte ist dieses Aufeinanderstoßen der Widersprüche, dieses Aufeinandertreffen der Gegensätze angelegt. Während sich die tastbaren Bestandteile gerne in Nischen einnisten und von dort aus sich vorschieben, wölbt sich die transparente Hülle über dem eingeschlossenen Lichtraum, wird aber durch den malerischen Auftrag überformt und zurückgehalten. Zwischen der lichthaften Zone und den versammelten Gegenständen gibt es Einbrüche, Klüfte. Manchmal ist die Lichtröhre auch wie ein Stab freigesetzt und überschneidet einen Teil des Objektes - oder wird selbst überlagert. Der große vorgegebenen Ordnung des Kastens zum Trotz stellen und legen sich die Bildelemente quer. Zurückhaltende und stark betonte Kreuzungen entstehen. Sie bilden die tragende Struktur, bereits vor der inhaltlichen Aueinandersetzung mit dem Zeichen des Kreuzes.
Hans Joachim Albrecht
21.03.1988
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